Film Buzz > Autorenstreik in Hollywood: TV-Serien als Opfer

Autorenstreik in Hollywood: TV-Serien als Opfer

Seit Anfang dieser Woche, sprich seit dem 5. November, 2007 sind die amerikanischen Drehbuchautoren im Streik. Insbesondere die TV-Serien sind davon beeinträchtigt - für Hollywood droht ein Gewinnentgang von mehreren hundert Millionen Dollar.

Grund für den Streik sind Streitigkeiten über Anteile an den DVD-Verkäufen. Die DVD-Verkäufe sind für die Film-Industrie mittlerweile schon wichtiger als die Einnahmen an der Kinokassa. Da verwundert es nicht, dass auch die Autoren mehr von diesem Kuchen mitnaschen wollen. Bisher bekommen diese magere 4 US-Cent pro verkaufter DVD. Für den neuen Tarifvertrag (der alte lief aus) forderte die Autorengewerkschaft Writers' Guild of America (WGA) deutliche Erhöhungen. Die Verhandlungen sind aber gescheitert.

Erstes Opfer des Streiks waren die beliebten US-Latenight-Shows. Den Shows fehlen vor allem die Gag-Schreiber. Aus diesem Grund werden jetzt vermehrt Wiederholungen ausgestrahlt. Für die meisten Europäer ist das aber ziemlich egal.

Äußerst ärgerlich ist dagegegen, dass auch zahlreiche populäre TV-Serien wegen des Streiks nicht fortgesetzt werden können. Als erstes wurde das vorzeitige Ende der neuen Staffel von Desperate Housewives verkündet. Jetzt ist Lost das neueste Opfer. Die neue Staffel wird nur 8 der geplanten 16 Episoden enthalten und ein sehr offenes Ende haben. Die fehlenden Folgen sollen dann ein Jahr später zur nächsten Staffen hinzugefügt werden, welche dadurch besonders lang werden könnte.

Filme sind vom Streik nicht so sehr bedroht, da liegt genug Material in der Schublade. Für die Film-Produzenten wird aber der erwartete Streik der US-Schauspieler unangenehm werden. Zugleich sind diese Streiks aus Sicht der europäischen Filmemacher willkommen - die europäischen Filme könnten so stärkere Verbreitung finden.

Zuletzt haben die Drehbuchautoren in Amerika vor 20 Jahren gestreikt. Der Streik dauerte 22 Wochen lang und kostete Hollywood laut späteren Schätzungen rund 500 Millionen Dollar. Bei ähnlich langer Dauer ist heutzutage mit einem wesentlich größeren Verdienstentgang zu rechnen.

Veröffentlicht am 09.11.2007.

RSS RSS-Feed abonnieren
Und stets aktuell informiert ...

Trackbacks

URL: http://trackback.film-buzz.net/artikel-26
Hinweis: Trackbacks müssen manuell freigeschalten werden, sind daher nicht sofort sichtbar.

Bisher gibt es keine Trackbacks ...


© 2007-2010 Thomas Graf — alle Rechte vorbehalten.
Film BuzzRSS RSS-FeedImpressumDatenschutzhinweis